Mittwoch, 27. Mai 2009

Once more and the medicine of my life

Jeder kennt wohl eine solche Situation: man ist gerührt, zu Tränen gerührt. Dies, obgleich man es nicht möchte. Sowohl negative als auch positive Einflüsse können diesen Geühlsausbruch verursachen.
Dive into my mind ~

Ich hatte in einem früheren Post erwähnt, dass die Gefühlskontrolle ein sehr schwieriges Unterfang ist und auch nicht jedem Menschen liegt.
Zuerst, warum kontrolliert man überhaupt seine Gefühle und wie?

An sich kann man seine Emotionen nicht kontrollieren. Indem man sie aber unterdrückt, also nicht zulässt, übt man eine Form des Beherrschens aus. Wenn man nicht gerade Choleriker ist, sollte etwas Übung für die Ausführung genügen.
Warum überhaupt? Erst einmal ist kein Mensch dazu in der Lage ohne Maskerade auf der Welt zu überleben. Einige werden jetzt Einspruch erheben - nun gut, Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber solche reinen Geschöpfe überleben leider nicht sehr lang. Wir brauchen unsere Masken um nicht all zu schnell verletzt zu werden, sozial sein zu können. Alles weitere ist eine Art Wettkampf. Ja, es ist ein Ausdauerwettkampf. Wer seine Maske am längsten aufbehält, gewinnt.
Bitte, zu versichern, dass man nicht zu dieser Kategorie gehört, ist reinste Lüge. Würde man tagtäglich schutzlos der Umwelt ausgeliefert sein, wäre die Zahl derer, die die Volljährigkeit überhaupt erreichen verdammt gering. Dennoch muss ich eine "Menschengruppe" aus dieser Verurteilung entlassen. "Kindermund tut Wahrheit kund" heißt ein altes Sprichwort. Da man diese Kontrolle erst erlernen muss, sind wir in unseren jüngsten Lebenstagen noch nicht davon betroffen - noch nicht.

Man kann noch so erfahren und gewandt sein - es existieren nun mal Situationen, in denen man sich nicht kontrollieren kann. Unsere Maske zerspringt einfach in tausend kleine Bruchstücke und ein seelischer Zusammensturz bahnt sich mit äußeren Anzeichen an. Das können Wut, Trauer, Entsetzen, Depressionen aber vorallem auch Tränen sein. Die Stärksten unter uns warten bis sie allein sind, es nachts ist, sie sich in einer vertrauten Umgebung befinden um die letzten Notdämme endlich loszulassen. Sogar diese werden sich jedoch mit Ereignissen konfrontiert sehen, in denen rein gar nichts mehr nützt. Die hart umkämpfte Kontrolle wird in einer Flut von Emotionen weggespült.

Vor den Scherben der eigenen Seele kniet man - was nun? Es gibt eine einfache und grausame Lösung: einfach die Bruchstücke wieder zusammensetzen. Sie mit Wut, Tränen, Blut, Leben zusammenkleben und wieder aufstehen. Sich eine neue Maske heraussuchen und sich in die Gesellschaft stürzen. Unmöglich? Falsch! Wir alle machen es so. Dieser Prozess bedarf manchmal einige Sekunden, manchmal Jahre. Genauso jedoch läuft es ab. Immer und immer wieder.
So wie wir Individuen sind, muss jeder für sich einen eigenen Weg zur Verarbeitung finden. "Zeit heilt alle Wunden" behauptet ein weiteres Sprichwort. Ich denke, es lügt. Ritze in eine Frucht vor dem Stadium der vollständigen Reife hinein und man erhält keine unversehrte Ernte. Es werden Spuren hinterlassen, die zwar verblassen aber nicht verschwinden. Das lässt sich auf die menschliche Seele übertragen. Nur weil einige Jahre vergangen sind, heißt es nicht, dass man die Folgen nicht mehr zu tragen hat.

Ein häufig auftretendes Phänomen bei Wiederherstellung der gesamten Seele ist die Selbstverletzung. Ja, das steht wirklich hier geschrieben. Wie bei einem Spiegel, dessen Stücke man wieder zusammensetzt, können einen die Kanten schneiden. Und dennoch muss man auch diesen Schmerz ertragen und weitermachen.
Das mag im ersten Augenblick alles anstößig klingen, überdenkt man es, sollte zumindest der Grundgedanke nachvollziehbar sein. Ich kann beruhigen- so schlimm ist das eigentlich nicht. Ein plötzlicher Sinneswandel nach der Darstellung der inneren Hölle? Nein. Man ist nämlich nicht allein. Der Großteil von uns wird einen besonderen Menschen oder auch mehrere gefunden haben, die einen in jeglicher Situation festhalten und beschützen soweit die Möglichkeiten reichen. Diese(r) Mensch(en) setzt/setzen unser statt die Scherben zusammen und sorgen dafür, dass die Narbung sanfter, schneller erfolgt.

Ich habe dieses Geschenk erhalten und bin unendlich dankbar. Dankbar für alles, was sie für mich tun. Ohne sie hätte ich mir wohl an meinen eigenen Scherben schon die Pulsader aufgeschnitten. Ob das rein metaphorisch ist oder auch einen Hauch Realität in sich birgt, wage ich nicht einmal zu überdenken.
Wer sich dazu zählen kann, weiß es. Ich werde vielleicht später nochmal genau darauf eingehen.
Diese Post möchte ich aber meinem Schatz Minhxi widmen <3
Freundschaft ist durch die Entfernung etwas ... schwierig. Dennoch hatten wir nie Probleme bisher. Ich weiß, dass ich Dir absolut vertrauen kann. Ich weiß aber auch, dass Deine Seele unzählige Male in Bruchstücken vor Dir lag. Woher? Wir sind uns so ähnlich.

Ein Songtext von mir, der mich zu diesem Post u.a. angeregt hat:

Again, again, again
I don’t know how that could happened
In million little pieces
Myself is lying in front of me

I kneel down
Again, again, again
And try to recompose the fragments
So I can become complete

My edges cut my fingers
And color the pieces red
Again, again, again
But that’s what is needed

It holds the fragments together
The small, weak seen fissures
Can’t heal after all
Again, again, again

I already can’t remember
How often it cracked
The exterior starts to crumble
But I have to watch helplessly

Once more …


lyrics : coldbloodedness
melody & play: Jazmin




--> So, an dieser Stelle sollte dieses Lied eigentlich in Form eines Flashplayers vorhanden sein ... leider ist das Format MPEG 4 und ich habe Probleme es zu hosten. Sollte ich es doch schaffen, wird es nachgereicht. Wie uncool xD

3 Kommentare:

  1. danke schatz^^
    wunden heilen nie, man kann sie auch nicht vergessen, man kann nur hoffen, dass sie verheilen...

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  2. Ich kann schonmal sagen, dass das Lied sich einfach nur toll anhört.
    Und du schreibst immer so tolle Sachen!:o)
    <3<3<3<3<3

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  3. Wunden...
    Den Schmerz kenne ich irgendwoher... Man vergisst jedoch mit der Zeit und vielleicht macht uns dieses Vergessen erst lebensfähig... Ich weiß nicht, was wäre, wenn wir uns jede restliche Sekunde unseres Lebens an den Schmerz, den man in einigen Momenten fühlt, erinnern müsste.
    Und dennoch können wir nie wirklich vergessen. Die Narben in der Seele zeigen uns immer wieder, wenn alles still und dunkel ist, unsere Vergangenheit...
    Nimm es jedoch nicht als einen Anreiz, um dich für deine Umwelt zu verschließen mittels Masken, Masken, Masken, sondern:
    Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, jedoch steckt hinter jeder Erfahrung - egal ob positiv oder negativ - ein persönlicher Fortschritt.
    Nutze deine Vergangenheit zum Weiterentwickeln!
    So würde es wohl ein kluger Mensch formulieren.

    In Liebe
    dein Verehrer

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