
"Ich mache keine Fehler, denn ich handle immer so, wie ich es für richtig halte. Zwar könnten mir Handlungen jetzt blöd vorkommen- damals hielt ich sie absolut für richtig. Deswegen sind es keine Fehler." [Achtung: der Bezug erfolgt völlig auf bewusstes und entscheidendes Handeln]
Was denkt ihr? Im ersten Augenblick wird sich wohl Gegenwehr regen. Ganz natürlich. Überdenkt man es jedoch erhält man vielleicht das gleiche Ergebnis wie ich. Welches? Just,
Dive into my mind~
Wie auch sie handle ich nur so, wie ich es für richtig halte. Es ist ein Zusammenspiel von Erfahrung, logisch rationalen Schlussfolgerungen und Instinkt. Im geringeren Maße beeinflussen auch Gefühle. Demnach ist meine Handlung für diesen Moment und wahrscheinlich auch für die darauffolgende Zeit absolut richtig - für mich. Ansonsten wäre ich ja nicht auf diese Weise aktiv gewesen. Keine Fehler.
Betrachtet man die Ereignisse zu einem späteren, älteren Zeitpunkt, könnte die Angelegenheit gänzlich anders aussehen. Mit "älteren" Zeitpunkt meine ich nicht unbedingt Jahre später- Wochen oder Monate können schon eine veränderte Denkweise hervorrufen. Ich spreche vom Erfahrungsgewinn und der Horizonterweiterung die auch als "älter werden" betrachtet werden kann.
Nur weil man also nicht mehr vollkommen von seiner damaligen Entscheidungen überzeugt ist, heißt es dann, dass es "falsch" war?
Natürlich ist es, wie bereits gesagt, zum Handlungszeitpunkt absolut richtig. Da man keine Veränderung der Vergangenheit erzeugen kann, wie sehr man es sich auch wünscht, könnte auch der restliche Teil Anne's Aussage stimmen. Es war ja richtig in den eigenen Augen. Somit werden wirklich keine Fehler begangen. Es existiert überhaupt kein Anlass zu dieser Annahme, weil ein genaues Urteil durch einen längeren Zeitraum hinweg einfach nicht mehr beweisbar, fundiert wäre. Keine Fehler.
Auf der anderen Seite ist aber so, dass, wenn man ja "nie" Fehler macht auch kein Lerneffekt erzeugt wird. Es ist bewiesen, dass sich Fehler am besten in den Menschen hineinprägen. Die umgebenden Faktoren, die diesen Vorgang begleiten, werde ich hier mal außer Acht lassen.
Fest steht, dass man aus Fehlern lernt. Macht man nun keine- widerspräche es ja dem evolutionsbiologischen Geschenk des Menschen. Wir sind prinzipiell bis zum Lebensende lernfähig, was durch diverse Krankheiten und anderen Gegebenheiten eingeschränkt werden kann. Nehmen wir nun an, dass Annes Aussage stimmt, entstünde ein Konflikt in diesem Punkt. Der Mensch lernt, er macht Fehler, er bereut. Fehler.
Was ist außerdem mit unserem Gewissen? Seine Existenz ist nicht zu leugnen. Das Gewissen regt sich, wenn die eigene Handlung in unseren Augen moralisch verwerflich ist. Fehler.
Somit wäre ihre Aussage widerlegt.
Es konnten aber zwei Seiten angerissen werden. Ich denke, jeder muss sich selbst darüber im klaren sein wie er seine eigenen Handlungen reflektiert. Weiterhin glaube ich, dass es irgendwo alles eine Gedankenfrage ist.
Ich bin fest von meiner Handlungsweise überzeugt. Zwar ist Lernfähigkeit und Einsicht vorhanden - dennoch kann ich mich nicht erinnern jemals bereut zu haben. Bisher war ich nur noch nie fähig es in Worte zu fassen. Durch Anne habe ich nun wohl einen Gedankenanker für diesen Komplex gefunden. Danke meine Süße <3
In diesem Sinne: ich mache keine Fehler, denn die Überzeugung und Reuelosigkeit gibt mir Recht.
Das war's für heute <3
Boah...dein Gedankengang erschlägt einen förmlich. Ich musste mir das ganze mehrmals durchlesen um es halbwegs zu kapieren.
AntwortenLöschenIch denke du hast es im Grossen und Ganzen auf den Punkt gebracht:
Entweder man ist einer der sagt: Ich mache Fehler - woraus soll ich sonst im Nachhinein lernen?
Oder man gehört zur sorte: Fehler?Hab kein reuegefühl...
Ich stimme dir eigentlich nur in 1 Punkt nich so richtig überein - nämlich in dem wo du Annes Punkt versuchst zu erklären. In dem Punkt wo man etwas entscheided hält man es im Normalfall für richtig - RELATIV richtig würde ich sagen. Absolut richtig wäre es wenns von vornherein schon korrekt wär. Aber korrekt ist so ein dehnbarer Begriff. Naja ich hab irgendwie sowieso das Gefühl dass Anne eine eigene Definition von "Fehler" hat. Sie meint wohl damit alles was schon von vornherein für einen zum Scheitern verurteilt ist. Dann würden wohl nur Idioten es trotzdem machen. Die Frage wäre dann aber wie sie Sachen nennt die am Anfang wie ein gutes Konzept klingen - im Nachnhinein aber sich als Flaute entpuppen.
Naja was ich mit diesen wirren Sätzen ausdrücken will: Irgendwie kann ich mich mit dem Lila-Statement nicht anfreunden - trotz einigem as dafürspricht.
Trotzdem schönes Thema was die Langeweile vertreibt^^