Samstag, 16. Oktober 2010

I'm a fortunated


Kennt ihr folgenden Spruch: "Wahre Freunde halten Dir die Haare beim Kotzen zurück."?
Ehrlich gesagt, konnte er mir bisher nie wirklich etwas sagen. Der Inhalt dreht sich um die echte Freundschaft, welche ihre Beständigkeit erst in bestimmten Momenten preisgibt.


Zu Anfang wären diese besonderen Momente zu klären. Das sind wohl jene Situationen, welche man mit Ekel, Missgunst, Schwierigkeiten, Angst verbindet. Ingesamt sind es also unangenehme Gegenbenheiten, in der man sich befindet.

Befindet man sich in einem solchen Moment wäre Hilfe oder Beistand nicht schlecht, oder? Natürlich kommt es auch immer noch darauf an, ob man selbst Hilfe möchte. Ich möchte nicht zu jeder Zeit jemanden neben mir haben. Sollte ich doch nach Nähe langen, bevorzuge ich auch nur bestimmte Menschen.

Die andere Seite betrifft die Freunde. Es ist immer leichter sich abzuwenden und das Weite zu suchen. Schließlich sind es nicht die eigenen Probleme sondern die eines anderen, mit welchen man sich dann herumschlagen muss. Somit wägt man ab, ob es "wert" ist sich in den schwierigen Moment eines anderen einzumischen. Vielleicht ist man auch selbst von etwas belastet.


Kommen wir auf mein Zitat des Anfangs zurück. Gestern veranstaltete meine Klasse eine Feier. Wir hatten noch unglaublich viel Alkohol von T's Geburtstagsfeier. Mit der Idee diesen zu beseitigen und auch die Gemeinschaft zu stärken, ladeten wir alle zu T ein. Es waren auch fast alle da. Es wurde eine schöne Nacht, welche natürlich nicht ohne Folgen blieb.  

Ich habe wohl noch nie in meinem Leben so viel getrunken - mal auf der anderen Seite zu sein, also abgefüllt zu werden, ist nicht so lustig wie die andere.Warum ich das gemacht habe? Ich bin wegen einigen Sachen frustriert: Menschen, die ich doch nicht besuchen konnte; Menschen, mit denen ich gestritten habe; Menschen, die ich nicht in meinem Leben brauche. Außerdem trugen die Gruppendynamik und die ersten Drinks zu einer trinkfreudige Stimmung bei. 

Gestern Abend erfreute ich T's Toilettenschüssel mit meinem Mageninhalt. Schreckliche Erfahrung - aber gehört wohl zum Leben dazu. Alle sollten mich einfach mit der Kloschüssel in Ruhe lassen, sodass sich mein Magen eventuell wieder beruhigt.


Ich bin ein unglaublich reich beschenkter Mensch, würde ich als Christ sagen. Mein letztes Leben war erfüllt von unglaublich viel gutem Karma, würde ich als Buddhist sagen. Fortuna küsst mich täglich, würde ich als Anhänger der alten Götter sagen. Warum?
Die Menschen meiner Umgebung sind wundervoll. Ich bin beschenkt, erfüllt, geküsst mit der Möglichkeit guten Menschen zu begegnen und mit ihnen eine schöne Zeit zu verbringen.


"Haut ab" - so oder so ähnlich waren die Worte, die ich über der Schüssel hängend würgte. Als ob! Die Mädels wechselten sich damit ab um mich herum zu stehen und mir die Haare nach hinten zu halten. Anschließend klemmten D und S mich zwischen ihnen und brachten mich nach Hause. Sie legten mich ins Bett, gaben mir eine Schüssel zum reinkotzen- was glücklicherweise nicht mehr nötig war- und kippten die Fenster an. Als sie dann meine Wohnung verließen, machten sie das Licht aus und wünschten mir eine gute Nacht.

Gegen 4 wachte ich auf und es ging mir wieder total gut. Ich wusch noch das Geschirr ab und entschloss mich wieder ins Bett zu gehen, da 4 Uhr früh einfach nichts los ist. Jetzt bin ich seit um 7 Uhr wach und meine Wohnung ist aufgeräumt. Keine Kopfschmerzen, keinen trockenen Mund, kein flaues Gefühl im Magen - nichts. Das können die anderen leider nicht von sich behaupten. T's Toilette wurde noch von 3 weiteren Leuten beglückt soweit ich weiß und der Rest weist alle aufgezählten Befindlichkeiten auf.


"Wahre Freunde halten Dir die Haare beim Kotzen zurück."
Thank you all, guys.

2 Kommentare:

  1. tztztz ... :'D

    Okay, Alkgeschichten sind — wenn sie wie in Deinem Fall nun ohne sonderlich negative Folgen ausgehen — für gewöhnlich ja lustig. Aber wenn Du Frust als Grund anführst ... °~°

    obwohl: wenn Frust + Alk = Bewusstseinswerdung der Güte des sozialen Umfelds ...

    ach ja, so insgesamt scheint diese Erfahrung bei Dir ja eher einen positiven Nachgeschmack (höhö — lecker Magensäure :'D) hinterlassen zu haben. ; )

    btw.: "luden wir alle [...]" ; P

    tülü <3

    AntwortenLöschen