Montag, 20. September 2010

No, I'm not sick of life


Nein, ich bin nicht depressiv oder suizidgefährdet. Vielleicht leicht angehaucht, hihi.

Durch meine Arbeit im Krankenhaus bleibt eine Konfrontation mit dem Thema "Tod", nein, mit dem Tod selbst unumgänglich. Der Tod gehört zu meinem Job, er ist ein Teil meines Lebens. Meine Zukunft wird keinen anderen Weg einschlagen.
Zusätzlich sah ich zufällig "The Picture of Dorian Gray", "Shikabane Hime" und "Fullmetal Alchemist". Alle drei beschäftigen sich mit verschiedenene Gebieten des Todes. So füllte dieses Thema meine Gedanken.


"The Picture of Dorian Gray". Ewige Jugend, gedankenloses Leben. Freies Leben, sündhaftes Leben. Das Verlangen nach ewigem Leben verfolgt die Menschheit schon lange. "Der Stein der Weisen", der "Kelch des Lebens" wie auch die Macht des Blutes mit der Verkörperung der Ewigkeit in Form eines "Vampires" - sind einige wenige Beispiele für die Sehnsüchte der Menschen. Je länger man leben kann, desto blasser werden die Grenzen bis sie gänzlich verschwinden. Ich wünschte, ich würde ewig schön sein... Sei ewig meine Schönheit. 

"Shikabane Hime". Eine Sehnsucht, ein Verlangen. Unerfüllte Wünsche.
Sogar das Ende des Lebens zu überschreiten für etwas, nach dem man langt. Die rastlose Seele quält sich ins Leben zurück um unmerklich sein Ich zu verlieren und nach Blut und Horror zu gieren. Der Zynismus des Todes spielt einen endlosen Schlussakkord. Ist es absolute Sünde eine Welt aufgrund eigener Sehnsüchte nicht loslassen zu können? Einmal noch, gib mir Zeit. Es war nicht genug. Gib mir Zeit, um mein brennendes Verlangen zu stillen!

"Fullmetal Alchemist". Liebe. Leben. Fehler.                                                                                   Jeder Mensch begeht in seinem Leben Fehler. Was, wenn diese nicht durch ein einfaches "Entschuldigung" korrigiert werden können. Manchmal kostet ein Fehler mehr als Enttäuschung oder Verlust von Vertrauen. Was machen wir dann? Der Traum war das Ergebnis des egoistischen Wunsches nach Wiedervereinigung. Er ist geplatzt und wurde zwangvoll durch einen neuen ersetzt. Weil der neue Traum den alten Traum retten muss. Komm wieder, ich möchte Dich treffen. Ich geben Dir alles dafür. Jetzt hast Du einen Teil. Nur... Wo bist Du?  



Ich spielte nicht mit dem Gedanken zu sterben. Meine Gedankengänge lassen sich von der anderen Seite aufrollen.

Gibt es etwas, das micht in dieser Welt halten würde? Der Film und die beiden Animeserien drücken einen tiefen Wunsch nach Leben aus. Nicht des Lebens willen, sondern aufgrund emotionaler Bindungen, unerfüllter Sehnsüchte oder einfach Narzissmus. Wie sähe es bei mir aus?

Hierbei reden wir nicht von simplen Wünschen wie der neuen Strickjacke von MANGO oder den neuen StreetOne Winterstiefeln. Anscheinend implizierten sich Sehnsüchte dermaßen stark in die Seele, dass sogar das Ende allen Lebens, der Tod, überwunden wird.  Denkt ihr, ihr besitzt dergleichen?

Ich persönlich bin nicht der Meinung sowas mein eigen nennen zu können. Die Welt seufzend lächelnd loslassen zu können, wäre als meine persönliche Todesszene vorstellbarer. 

Fraglich ist natürlich, ob eine solche Bindung wünschenswert sei. Der Tod wird nicht umsonst "ewige Ruhe" genannt. Was bleibt uns also vom Treiben der Welt und Zeit, wenn sogar Ruhe nicht vergönnt ist?

Andererseits verspüre ich gewisse Trauer bei dem Gedanken keinen unbedingten (todesüberwindenden) Willen in mir zu tragen, der mich an diese unsere schöne Welt kettet. Vielleicht brauche ich gerade diesen um mein Ziel zu erreichen. 


Dieser Post ist noch nicht wirklich beendet. Er lässt Raum für viele Gedanken. Für einen kurzen Gedankenabriss war das wohl ausreichend. Ich habe viele Punkte außer Acht gelassen, auf die ich in einem späteren Post hoffentlich eingehen werde. 

Antwortet mir doch. Denkt ihr, dass ihr eine unbedingte Sehnsucht hat, die euch in diese Welt zurückzerren würde?

4 Kommentare:

  1. Nun, während des Lesens dieses Blogeintrags fiel mir nichts _Konkretes_ ein, was mich derart stark an diese Welt bindet, keine Beziehung zu einem bestimmten Menschen oder Ähnliches. Dennoch empfinde ich unvorstellbare Sympathie zum Leben an sich — der Gedanke daran den Tod in irgendeiner Weise zu begrüßen ist für mich persönlich recht abwegig.
    Und ... irgendwie empfinde ich die ganz simplen Begründungen, warum ich leben will, für meine Situation am zutreffendsten: 'auf gut Deutsch:' zu leben ist cool ^_^' es macht Spaß, es ist interessant ... es bietet alles. Stünde ich vor der Wahl leben zu dürfen oder nicht käme ich mir vor als fragte man mich: "Möchtest Du eine Unsumme Geld, ein paar Stipendien, einen Japanurlaub und drei freie Wünsche oder lieber doch, dass ich Dir diesen rostigen, mit Widerhaken bestückten Eisenstab in den Bauch ramme?"
    (Da mir nichts vergleibar positives mit der Möglichkeit zu Leben eingefallen ist machte ich aus der eigentlich absolut neutralen Alternative, dem Nichtleben, in meinem Vergleich etwas relativ Unangenehmes. xD Damit die Differenz stimmt.)

    Was meinen Lebenswillen erhält ist die Lust am Leben selbst. Ich finde es schön und unvorstellbar interessant. : )

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  2. der text ist so ethisch :D
    letztes jahr haben wir in ethik den Tod behandelt und jetzt kommt dein langer und netter text über dieses krasse thema..
    wie ist es so im krankenhaus zu arbeiten und zu wissen, dass einer deiner patienten in jedem moment sterben könnte?

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  3. Dorian Gray - hab den Film nie geschaut. Das Buch hatte ich damals aber schon auf englisch gelesen. Tolles Buch.

    Überhaupt ersteinmal zu der grundlegenden Frage, ob ein solcher Wille überhaupt wünschenswert ist: Ja!

    In der heutigen Gesellschaft in der wir leben, ist ein solcher Wille und ein bisschen Lebensfreude im Prinzip alles, was einem bleibt. Leistungsdruck, finanzielle Unsicherheit, politische Instabilität und deren Misshandeln, Krieg und Leid... da muss es etwas geben, was einem aufrecht erhält. Denn die ewige Ruhe, die danach eintritt, wird nicht wieder rückgängig gemacht. Und das kurze Leben ist im Vergleich zur Ewigkeit verschwindend kurz. Also sollte man all die Sachen im Leben erlebt haben, bevor dieser Fall eintritt.
    Das heißt, alle Wünsche, Sehnsüchte, auch dumme Dinge und auch alle Grenzen von sich selbst zu ertasten.

    Ich persönlich habe starke Bindungen an das Leben und noch so viele Erfahrungen und Sehnsüchte, die ich mir noch erfüllen möchte. Z.B. von der Spitze des Eifelturms runterspucken. Oder Fallschirmspringen. Oder eine 6-Wöchige Tour mit der Band durchs Land. Einfach so vieles.

    Und abgesehen von diesen intramenschlichen Bindungen eines jeden selbst, sind für mich auch die intermenschlichen Bindungen von sehr großer Wichtigkeit. Bindungen ausgehend von der Familie, von der festen Beziehung zu der Freundin/dem Freund, von den besten Freunden und sogar von verhassten Leuten. Gewissen Konfrontationen bringen Spannung und somit Reize für das Leben.

    Ich hoffe, dass dieser Teil deiner Frage aus meiner Sicht jetzt als beantwortet abgehakt werden darf. :)

    Cuong.

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  4. Die Lust am leben lässt mich hierbleiben.

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