Ich sah gerade nach. Mein letzter Blogeintrag ist über ein Jahr her. Eigentlich hatte ich nicht mehr vor zu bloggen, eigentlich fehlt mir die Zeit für den Blog.
Dennoch sitze ich hier vor meinem Laptop und tippe diese Zeilen. Ich brauche ein Bad. Win Bad in meine Gedanken.
Die Gefühle und Gedanken meines letzten Blogs kompensierte ich sehr gut. Irgendwie. Ich konzentrierte mich auf Ablenkungsmöglichkeiten in meiner Nähe. Einige Dinge wären mir früher nie in den Sinn gekommen- gemeint im positiven und negativen Sinne: Das Weggehen am Ende jeder Woche zur späten Stunde mit dem Ziel einer alkoholischen Belustigung. Das spontane Reisen in andere Städte als Urlaub. Das Beisammensitzen in gemütlicher Runde zur Besprechung anderer Menschen. Das wöchentliche Suchen nach sportlichen Aktivitäten und das nicht nur einmalig. Das Herumliegen im Bett an 2 Tagen hintereinander ohne überhaupt einen Fuß vor die Tür zu setzen. Das Schaufenstershoppen zur reinen Belustigung und des Wetters wegen. Das verächtliche Verziehen meiner Lippen zu einem leichten Grinsen beim Anblick bestimmter Personen.
Diese Aufzählung ließe sich noch fortsetzen.
Wie ich bereits im letzten Eintrag erwähnte, habe ich eigentlich die entspannteste Zeit meines Lebens. Die Kälte von damals verschwand von selbst. Sogar eine wesentliche Enttäuschung freundschaftlicher Art rief sie nicht zurück.
Ich habe daraus gelernt und Leute getroffen, deren Moral und Charakter ich akzeptieren konnte ohne mir selbst zu entfremden. Die Enttäuschung hatte keinen direkten Zusammenhang mit mir - außer, dass 6 Leuten lügen sollen, obwohl sie beim Geschehen vor Ort waren. Nein, das Geschehen steht in keinem direkten Zusammenhang mit mir. Dennoch wandte ich mich ab. Ich habe lange darüber nachgedacht und vielleicht auch die eine oder andere Träne darüber vergossen.
Das Ergebnis war jedoch eindeutig: wie sehr ich diese Freundschaft auch schätze und wieviel Vertrauen ich auch in sie hatte: sollte ich dieses Ereignis einfach ignorieren, könnte ich mich selbst nicht mehr im Spiegel betrachten. Ich würde meine Prinzipien verbiegen, ich würde meine Entfremdung lostreten. Die Trennung schien mir nicht schwer zu fallen. Sie war leicht und dennoch so schwer. Es sind eigentlich keine schlechten Menschen, ist jedes Mal der Gedanke, wenn sie an mir vorbei laufen. Mein Blick geht an ihnen vorbei. Ich kann sie nicht mehr direkt anschauen.
Ich habe daraus gelernt und Leute getroffen, deren Moral und Charakter ich akzeptieren konnte ohne mir selbst zu entfremden. Die Enttäuschung hatte keinen direkten Zusammenhang mit mir - außer, dass 6 Leuten lügen sollen, obwohl sie beim Geschehen vor Ort waren. Nein, das Geschehen steht in keinem direkten Zusammenhang mit mir. Dennoch wandte ich mich ab. Ich habe lange darüber nachgedacht und vielleicht auch die eine oder andere Träne darüber vergossen.
Das Ergebnis war jedoch eindeutig: wie sehr ich diese Freundschaft auch schätze und wieviel Vertrauen ich auch in sie hatte: sollte ich dieses Ereignis einfach ignorieren, könnte ich mich selbst nicht mehr im Spiegel betrachten. Ich würde meine Prinzipien verbiegen, ich würde meine Entfremdung lostreten. Die Trennung schien mir nicht schwer zu fallen. Sie war leicht und dennoch so schwer. Es sind eigentlich keine schlechten Menschen, ist jedes Mal der Gedanke, wenn sie an mir vorbei laufen. Mein Blick geht an ihnen vorbei. Ich kann sie nicht mehr direkt anschauen.
Zu diesem Zeitpunkt begann ich mich stärker zurück zu ziehen. Der Anfang war sachte und ich störte mich nicht daran. Irgendwann jedoch, ich weiß nicht wann, nahm der Wind zu und ich bemerkte es nicht.
Letztens lag ich in meinem Bett. Ich konnte nicht schlafen. Ich hatte ein schlechtes Gefühl.Die Zeit nutzte ich für eine Reflexion und ich bemerkte, was in den vielen Monaten passiert war.
Diese kleinen Feinheiten meines Lebens gerieten in Vergessenheit. Wann hatte ich das letzte Mal in der Sonne gesessen und ein gutes Buch gelesen? Wann hatte ich überhaupt das letzte Mal ein Buch gelesen, das keine Fachliteratur enthielt oder ein Manga war? Wann hatte ich mich das letzte Mal daran erfreut etwas Neues zu lernen und auszuprobieren? Wann hatte ich das letzte Mal probiert neue nicht-medizinische Prozesse wirklich zu verstehen? Ich hatte immer eine Menge Freude dran. Es war ein Bestandteil meiner Selbstfindung, den ich irgendwann vergaß. Warum? Ich war mit Nichtigkeiten beschäftigt.
Meine geliebten Menschen, meine Freunde, meine Cousine, mein Bruder. Sie hatte ich auch zurückgestellt wie es scheint. Selbstverständlich habe ich noch Kontakt zu ihnen. Er ist selten geworden. Ich weiß oftmals nicht mehr, was ich ihnen erzählen soll. Dabei passiert um mich herum eigentlich immer noch so viel. Oftmals vergesse ich Nachrichten zu beantworten, finde irgendwie keine Zeit für ein kurzes Telefonat. Ich vermisse sie. Unterschiedlich stark, in unterschiedlichen Formen aber ich vermisse sie. Ich weiß, es ist unfair meinen "neuen Freunden" gegenüber. Ich weiß nicht woran es liegt. Vielleicht muss ich erst wieder Vertrauen fassen nachdem ich "in dieser Stadt" diese herbe Enttäuschung fand. Nie musste ich mich in der Angst suhlen Freunde zu verlieren. Hier habe ich sie kennengelernt.
Ein zweites Gefühl beührte mich. Reue. Ich habe nie wirklich etwas bereut. Es waren immer nur diese kleinen Dinge wie: Hättest Du das Eis mal später gegessen, die Abbiegung nach rechts genommen, vorhin geduscht. Ich bereue es diese Entfernung genommen zu haben. Was sind schon 3 Jahre, waren meine Gedanken. Jetzt kann ich das Ende nicht erwarten. Es liegt nicht daran, dass es hier schlecht ist oder die berufliche Laufbahn ein Fehler war. Es ist, weil sie woanders sind, so weit weg sind.
Ich habe neue Freundschaften geschlossen, ich habe eine glückliche Beziehung, ich übe einen tollen Beruf aus. Darüber bin ich glücklich. Trotzdem bin ich mal wieder vieles Leid. Ich bin mich selbst Leid. Ich möchte vieles und schaffe davon nichts. Allein der Gedanke daran könnte mich tagelang unter meiner Decke halten. Die Reue plagt mich und ich werde sie nicht los.
Ich lese und lese immer wieder, was ich schrieb. Es ist lang her, dass ich meine Gedanken schriftlich ordnete. Hoffentlich werde ich diese gewisse Müdigkeit jetzt los. Es ist nicht diese Kälte, dieses seltsame, eisige Gefühl, was mich umschlingt. Nur Müdigkeit.
Mir ist bewusst, dass meine Gedanken dazu noch kein Ende zeigen aber ich brauche kein abgeschlossenes Thema. Ich wollte nur Ordnung. Während ich das alles lese, könnte ich mich wieder in diese Apathie begeben - es ist mir aber zuwider! Ich werde morgen anfangen Wiedergutmachung zu leisten. Wahrscheinlich möchte sie es nicht. Ich bin mir sicher. Ich brauche es. Für mich selbst.
Mir ist bewusst, dass meine Gedanken dazu noch kein Ende zeigen aber ich brauche kein abgeschlossenes Thema. Ich wollte nur Ordnung. Während ich das alles lese, könnte ich mich wieder in diese Apathie begeben - es ist mir aber zuwider! Ich werde morgen anfangen Wiedergutmachung zu leisten. Wahrscheinlich möchte sie es nicht. Ich bin mir sicher. Ich brauche es. Für mich selbst.
Ich fühle ein wenig mit dir. Manchmal hab ich auch so ein Gefühl, das sich so anfühlt, wie deine Worte.
AntwortenLöschenHa, ich finde es unglaublich, wie du deine Gedanken so schön ausdrücken kannst. Du könntest ja nebenbei auch Autorin werden oder so. (;
AntwortenLöschenDer Abschnitt mit den Freunden hat mich sehr an die früheren Zeiten erinnert. Wir haben wenig Kontakt, aber jedes Mal, wenn wir miteinander schreiben, sagen wir uns immer, dass wir uns wieder treffen wollen. Es ist schade, dass so ein Treffen alter Freunde noch nicht zustande gekommen ist. ):
Ich hoffe, dass, was du dir vornimmst, erfolgreich meistern wirst!